Deià ist eine kleine Gemeinde auf Mallorca, auf den Balearischen Inseln und liegt in einem Tal. Die ersten Bewohner gab es hier schon in prähistorischen Zeiten, denn hier fanden sie Wasser, Höhlen und ausreichend Wild. Der Name stammt aus arabischer Zeit (10. bis 13. Jahrhundert). "Daia" bedeutete soviel wie Dorf. In dieser Zeit entwickelte sich ein prosperierender Gartenanbau, der auf der minutiösen Konstruktion von zahlreichen Terrassen beruhte, durch die man viele kleine horizontale Parzellen erhielt, auf denen Ackerbau betrieben werden konnte, wo eigentlich das starke Gefälle den Anbau unmöglich machte. Damals wurde auch ein ausgeklügeltes Bewässerungs- und Drainagesystem entwickelt, das noch heute genutzt wird.
Mit der christlichen Eroberung wurde Deià dem Grafen Roselló zugeteilt und als Teil von Valldemossa integriert. Diese Tatsche ist den Dokumenten über die Gebietsaufteilung zu entnehmen, die König Jaume I und die Adeligen, die daran beteiligt waren, vornahmen. Dies findet sich in den "Notas para la Historia de Deià" wieder: „Die Dörfer Deià und Valldemossa bildeten bis 1583 eine Gemeinde. Die Bewohner Deiàs genossen eine gewisse Unabhängigkeit bezüglich Valldemossa. Dies war auf eine Schenkung zurückzuführen, die Nunyo Sans, der Graf von Roselló, an das Kloster von Santa Maria de la Real (heute das Kloster San Bernardo de la Real in Palma) machte. Ein Teil der Alqueria (Gutshof) HADDAYAN (so hieß damals Deià) war der Jurisdiktion des Abtes des Klosters unterstellt. Andererseits, als es dem königlichen Bürgermeister zustand, über das besagte Gebiet Recht zu sprechen, reichte der Abt bei dem Gouverneur von Mallorca Beschwerde ein. Der eine wie der andere machten ihre Rechte bezüglich der kleinen Alqueria geltend“.
Die Zisterzienserkloster stammen aus dem Jahr 1239: Ca l’Abat, dessen Symbol das heutige Wappen der Gemeinde schmückt, Son Rul•lan und ganz in der Nähe Miramar, wo der Heilige Ramón Llull eine Missionsschule errichtete.
Deià trennte sich im Jahr 1583 von Valldemossa. Die Konfrontation zwischen dem Bürgermeister von Valldemossa und dem Abt des Klosters von San Bernat de la Real in Palma, die beide für sich Rechte auf Deià geltend machten, fanden am 8. August 1526 ihr Ende, als man dem Gouverneur der Insel mitteilte, dass die Bewohner von Deià auf einem nahe gelegenen Hügel eine Kirche errichtet hatten und der Bischof ihnen einen Priester geschickt hatte. Die Bürger von Deià, motiviert von den Zugeständnissen in religiöser Hinsicht, forderten nun die administrative und juristische Trennung von Valldemossa. Die Bewohner von Valldemossa verlangten die Ablehnung dieses Antrags.
So kam ein 57jähriger Rechtsstreit in Gang, der sich z.T. auf wirtschaftliche Motive zurückführen lässt. So verweist der Historiker Josep Segura i Salado darauf, dass: "(1570) die wichtigsten Fincas des Gebietes (er spricht von Valldemossa) die sind, die man vom Mirador de Cartuja aus sieht (in Richtung Stadt), die alle im Besitz von Adeligen und Bürgern der Stadt sind. (Er fügt eine Liste mit den Namen der Besitzer an). Und einige Bewohner der Stadt (Valldemossa) besitzen nur ein Haus mit ein wenig Land." Die großen Güter der Gemeinde gehörten Bürgern, die in der Hauptstadt lebten, und aus diesem Grund konnte Valldemossa die fehlenden Steuern und Abgaben nicht ersetzen. Früher bezahlte man die Steuern in der Gemeinde, in der man lebte und nicht, wo der Besitz lag.
"Schließlich, am 7. November 1583, unter der Herrschaft von Felipe II, versammelte sich das Dorf Deià in der Nähe der Kirche (Es gab noch immer kein eigenes Rathaus) und man verlas das Urteil, das die Trennung der Gemeinden anordnete.“ (Bruder Jerónimo Pons)
Heute erinnert eine Tafel im Inneren unserer Kirche an diejenigen, die erreichten, dass wir ein eigenständiges Dorf sind.
In den darauf folgenden Jahren brachte der Olivenanbau eine beträchtliche Entwicklung für das kleine Dorf. Er ging auf die muslimische oder sogar römische Zeit zurück und prägte mit seinen zahlreichen Terrassen das Landschaftsbild bis in eine Höhe von 600m über dem Meeresspiegel.
Auch die Fischerei trug zum Wachstum bei, wie auch der Anbau von Zitrusfrüchten und die Schafzucht. In den dichten Wäldern, unter Steineichen, züchtete man das schwarze mallorquinische Schwein, eine einheimische Schweineart, heute unter dem Begriff denominación de origen (Herkunftsbezeichnung) geschützt. Man produzierte ungelöschten Kalk und Holzkohle. Man baute auf den Hügeln Weizen an und im Winter sammelte man Schnee in Form von Eisblöcken, die während des Jahres medizinischen Zwecken dienten. Die Blüte dieser Jahre zeigte sich darin, dass die Bevölkerung auf 1500 Bewohner anwuchs.
Die Schönheit der Natur und das einfache, ruhige Leben zogen Ende des 19. Jahrhunderts Künstler und die Boheme an, zu denen der Erzherzog Luis Salvador von Österreich, der Komponist Manuel de Falla, die Maler Russinyol, Leman und Junyer und die Dichter Robert Graves und Laura Riding gehörten. Einige von ihnen bleiben für den Rest ihres Lebens hier. Davon kann man sich bei einem Spaziergang über den Friedhof überzeugen.
Heute besitzt Deià 850 Einwohner, die auf gelungene Weise die Landwirtschaft, das Handwerk, die Bildenden Künste mit dem Tourismus und einer kontrollierten und angemessenen Bautätigkeit verbinden. All dies wird von einer beeindruckenden Landschaft eingerahmt, die die Bewohner unter allen Umständen bewahren möchten.
